Wohnen

 

 

 

 

Ein Zuhause nach Wunsch

“Menschen mit geistiger Be- hinderung“, so steht es im Grundsatzprogramm der Lebens hilfe, sollen so normal wie möglich leben können und dazu jede Hilfe bekommen, die  sie brauchen. Aus dieser Forderung ergibt  sich die Notwendigkeit eines differenzierten Wohnan- gebots: Dabei kann es sich um möglichst kleine Gruppen in einem Haus, einzelne Wohnge- meinschaften oder Wohnungen fĂĽr Paare und gelegentlich auch Einzelpersonen handeln. Betreuungsbedarf, Grad der Selbständigkeit und persönliche WĂĽnsche sind aussschlaggebend fĂĽr die Wahl der Wohnform. Die Zusammenfassung in einem Verbund erleichtert z.B. bei wachsender Selbstständigkeit den Umzug in eine Wohnform mit abnehmender Betreu- ung.“

Die Bonner Lebenshilfe bietet vier Wohnformen fĂĽr Menschen mit geistiger Behinderung:

  • Das Wohnheim
  • Die AuĂźenwohngruppe
  • Das Betreute Wohnen und
  • Das Einzelwohnen

Alle genannten Wohnformen sind betreute Wohnformen. Dennoch beschrei- ben sie ein differenziertes Angebot. Das Wohnheim und die Außenwohn- gruppe sind – betreuungstechnisch – zu den stationären, das betreute und das Einzelwohnen, bei dem Einzelpersonen durch den Familienunterstütz- enden Dienst der Bonner Lebenshilfe (FuD) unterstützt werden, dagegen zu den ambulanten Wohnformen zu rechnen.

Nach dem Grundsatz: „Soviel Selbständigkeit wie möglich, soviel Hilfe wie nötig“, heiĂźt dies im wesentlichen, dass die Betreuungsintensität in den einzelnen Wohnformen – vom Wohnheim mit der höchsten bis zum Einzel- wohnen mit der niedrigsten Intensität – kontinuierlich abnimmt. Es heiĂźt aber gleichzeitig, dass das  notwendige MaĂź an Betreuung in jedem Einzelfall stets gewährleistet sein muĂź. Auch diese Form der Flexibilität ist Teil der Differenzierung.

Die Wohnheime der Bonner Lebenshilfe bieten den Bewohnerinnen und Bewohnern ein Leben in familienähnlichen Gruppen sowie adäquate Plätz für schwer und mehrfach behinderte Menschen. Allen BewohnerInnen stehen rund um die Uhr stationär tätige, qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung.

In den vergangenen Jahren ist die Bonner Lebenshilfe dazu übergegangen, in den Wohnheimen Appartementwohnungen einzurichten, um den Bewohnerinnen und Bewohnern eine – gemäß ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen – weitestgehend selbständige Lebensführung unter dem Dach des Wohnheims zu ermöglichen.

Das Konzept einer an den individuellen Fähigkeiten orientierten, eigen- ständigen und selbsbestimmten Lebensgestaltung in kleinen Wohneinheiten verfolgen auch die Außenwohngruppen und die Form des Betreuten Wohn- ens.

In den Außenwohngruppen wohnen im Schnitt sieben bis zehn Frauen und Männer mit geistiger Behinderung, die – bei ergänzender Betreuung – möglichst alle Dinge des Lebens selbständig ausführen. Hierzu gehört die Freizeitgestaltung ebenso wie die Hausarbeit oder das Kochen und Ein- kaufen.

Das Konzept des Betreuten Wohnens bedeutet, dass sechs bis zwölf Menschen mit geistiger Behinderung in verschieden groĂźen Wohnungen – vom Appartement bis zur Vier-Zimmer-Wohnung – in direkter Nachbar- schaft miteinander leben. Im Umfeld und in ihrer Ausstattung mĂĽssen die Wohnungen ĂĽber eine komplette Infrastruktur bezĂĽglich der Befriedigung der BedĂĽrfnisse des täglichen Lebens sowie der sozialen Felder Familie, Beruf und Freizeit verfĂĽgen. Jeder Mensch, der die Wohnform des betreu- ten Wohnens nutzt, erhält Hilfe zum Lebensunterhalt und die Kosten in Höhe des anerkannten Mietzinses unter BerĂĽcksichtigung der Bestimm- ungen des Bundessozialhilfegesetzes.


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