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22 11 2018

Erste Lerngruppe für die externe Prüfung

Gemeinsam Fachkraft werden

25 Jahre lang arbeitete Beatrix Hoppe bereits als Nachtwache bei der Bonner Lebenshilfe. Doch als Töpferin war sie berufsfremd und somit als Nicht-Fachkraft beschäftigt. Dann entschied sie, das zu ändern. In diesem Jahr legte sie erfolgreich die externe Prüfung zur Heilerziehungspflegerin am Berufskolleg ab. „Das Thema beschäftigte mich schon länger. Ich bin ja nicht die erste, die das gemacht hat“, sagt Beatrix Hoppe. Und doch ist ihre Geschichte etwas Besonderes: Denn erstmals hat die Lebenshilfe Bonn eine Lerngruppe eingerichtet, um sie und drei weitere Kolleginnen bei den Prüfungsvorbereitungen zu unterstützen.

Konkret bedeutete das: Benedikt Schambeck, Mitarbeiter im Ambulant Unterstützten Wohnen, wurde engagiert, um die künftigen Prüflinge fit zu machen. Seine eigene Prüfung hatte er 2014 abgelegt und somit waren ihm die Anforderungen, denen die externen Prüflinge sich stellen mussten, noch gut in Erinnerung. „In der Schule fängt man mit Theorie an, wir sind anders herum vorgegangen. Wenn man schon lange in der Praxis arbeitet, dann weiß man zwar, was man macht, muss aber die theoretischen Grundlagen dazu erarbeiten“, erläutert der Lerngruppen-Leiter.

„Ich fand es schwierig, mich nochmal einzulesen und wieder zu lernen“, erinnert sich Songül Orman, die ebenfalls zur Lerngruppe gehörte. „Aber es war gut, immer jemanden fragen zu können.“ Als ausgebildete Sozialhelferin galt sie für die Arbeit im Ingeborg-Thomae-Haus nicht als Fachkraft. Doch das genügte ihr auf Dauer nicht. Auch Beatrix Hoppe sah die Externenprüfung als wichtigen Baustein, „um die eigenen Entwicklungs- und Karrierechancen zu verbessern“. Dabei waren sich beide von Anfang an bewusst, welche Herausforderung die nebenberufliche Vorbereitung auf die Prüfung bedeutete: „Man muss natürlich die Grätsche schaffen zwischen Arbeit, Lernen und Familie“, so Beatrix Hoppe.

Auch Benedikt Schambeck weiß, welchen Kraftakt „seine“ Prüflinge geschafft haben: „Was am Berufskolleg in zwei Jahren gemacht wird, haben wir in einem geschafft, und zwar nicht jeden Tag, sondern in drei Stunden alle 14 Tage, dazu kam noch natürlich sehr viel Selbstlernzeit.“ Die Unterstützung der Lebenshilfe sei dabei sehr wertvoll gewesen. Die Teilnehmenden wurden für die Lerngruppe freigestellt, ihnen wurde ein Raum zur Verfügung gestellt, die Bücher wurden ebenso wie die Prüfungsgebühr bezahlt. Bei allem Organisatorischen ebenso wie bei der – manchmal komplizierten – Kommunikation mit der Schule erhielten sie Unterstützung von Projektkoordinatorin Ulrike Hirse aus der Personalabteilung.

Die Erfolgsgeschichte soll nun fortgesetzt werden. Eine neue Lerngruppe startet bereits im Januar 2019. Das Ziel: Die Prüfung 2020 abzulegen. Noch sind einige Plätze für Interessierte frei. „Natürlich muss man die Motivation haben, das zu schaffen. Aber es lohnt sich“, ist Benedikt Schambeck überzeugt. Und Beatrix Hoppe ergänzt: „Ich bin sehr froh, dass ich das nicht alleine machen musste.“

Interessierte Mitarbeitende der Lebenshilfe Bonn können sich gerne direkt mit Ulrike Hirse in Verbindung setzen:
Telefon: 0228 55584-3225
E-Mail: hirse.ulrike@lebenshilfe-bonn.de