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16 04 2018

"kamtugäsa" - kennen lernen inklusiv

Raum für Begegnung

#kamtugäsa - inklusver Begegnungstag, Bonn 14.04.2018

Wie funktioniert Inklusion? So lautete die Frage beim inklusiven Kennenlerntag der Lebenshilfe am vergangenen Samstag in der Fabrik45. Raum für Begegnungen und Austausch zu schaffen. Menschen mit und ohne Behinderung zusammen zu bringen. Und Interesse für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung zu wecken. Das waren die Ziele der Veranstaltung unter dem Motto #kamtugäsa.

Die vielfältigen Antworten zeigten: "Inklusion ist nicht für alle gleich." Im Laufe des Tages bekamen die Besucher verschiedenste Einblicke in die Arbeit der Lebenshilfe und in ganz besondere Projekte. Ein spannendes Programm aus Impuls-Vorträgen, Expertenrunden, Live Musik und Interviews vermittelte eine Idee von konkret gelebter Inklusion.

Ein Highlight war die Premiere des inklusiven Hörspiels der Lebenshilfe rund ums Thema "Begegnungen". Das Hörspiel entstand zusammen mit dem bekannten Produzenten Günter Weber sowie acht Menschen mit und ohne Behinderung. Darin geht es um Begegnungen auf verschiedenen Ebenen. Denn die Teilnehmenden kannten sich vor der Produktion noch nicht und wussten auch nicht genau, was sie erwartete. Entstanden ist eine intensive Auseinandersetzung mit Thema Inklusion. Von starken, berührenden Erlebnissen erzählten die Teilnehmenden. Wie diesem: "Eine Teilnehmerin, die starke Sprachbarrieren hat, konnte sich im Laufe des Tages flüssig mitteilen", erinnerte sich einer der Sprecher.

Vom inklusiven Miteinander berichtete auch Katharina Weishaupt. Die Regisseurin leitet seit mehreren Jahren die Theatergruppe der Lebenshilfe, ein Ensemble aus Menschen mit und ohne Behinderung. Erstmals hat sich die Gruppe an einen Bühnenklassiker gewagt. Am 24. April und 8. Mai bringt das Ensemble im GOP-Theater "Leonce und Lena" von Georg Büchner auf die Bühne.

Weitere Impulse gab es in Expertengesprächen. "Wir müssen Barrieren in unseren Köpfen abbauen", lautete eine Forderung. Eine andere: "Wir müssen dranbleiben, Grenzen und Möglichkeiten individuell hinterfragen und immer wieder neu austarieren." Und einen wichtigen Hinweis gab einer der Teilnehmer: "Auch ich muss mich öffnen – gegenüber Menschen ohne Behinderung – und ihnen Ängste nehmen."

Selbstverständlich gab es auch kritische Anmerkungen: Wie viel Teilhabe wollen wir denn wirklich aushalten? Und welche Barrieren es im Alltag noch zu überwinden gibt, berichtete der Rollstuhlfahrer und leidenschaftliche Musikfan Max Boecker anhand seiner Erlebnisse von großen Festivals oder von Besuchen von Musikclubs. Erlebnisse, die den Zuhörern bisweilen die Schamesröte ins Gesicht trieben. Doch Max Boecker weiß sich Gehör zu verschaffen. Selbst eine große Boulevardzeitung konnte er schon dazu bringen, über Missstände und Barrieren zu berichten.

Keine gute Veranstaltung kommt ohne Gespräche und Musik aus. Für den reibungslosen Programmablauf und eine gute und einfühlsame Moderation sorgte der charismatische Rap-Künstler Graf Fidi. Manchmal stellt man sich dann wirklich die Frage, wer denn nun eigentlich "behindert" ist, wenn aus seiner eigenen Erfahrung berichtete und dies humorvoll und geistreich kommentierte. Die musikalische Darbietung bildete den krönenden Abschluss eines tollen Tages, der zeigt, dass Inklusion funktionieren kann. Der eingeschlagene Weg ist der richtige: Dranbleiben, Hinterfragen, Korrigieren und Vorantreiben, ist das, was zählt. Ob wir in zehn Jahren noch von Inklusion sprechen oder einen anderen Begriff bemühen, ist dann auch egal. Darüber waren sich die Teilnehmer einig.

Wie geht Inklusion?

Das war die Frage bei unserem Kennenlern-Tag
in der Fabrik45.
Menschen mit und ohne Behinderung
sprachen über Inklusion.
Das Motto war: #kamtugäsa.
Das ist eine Anspielung vom englischen come together.
Das heißt zusammen kommen.

Neben der Diskussion gab es auch Musik und Vorträge.
Und es gab ein Hör-Spiel.
Das wurde auch von Menschen mit
und ohne Behinderung gemacht.
Es ging um viele verschiedene Situationen im Alltag.
Und um den Umgang von verschiedenen Menschen mit dem Thema Behinderung.

Der Tag wurde vom Rap-Künstler Graf Fidi moderiert.
Am Ende waren sich alle einig.
Der Weg ist richtig.
Man muss nur dran bleiben, hinterfragen
und richtig stellen.
Dann klappt Inklusion.

Willkommen im Wir.

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Wir, die Lebenshilfe Bonn, sind ein gemeinnütziger Verein, der im Jahre 1959 von Eltern geistig behinderter Kinder und interessierten Fachleuten in Bonn gegründet wurde. Die Lebenshilfe Bonn berät, fördert und unterstützt Menschen mit Behinderung oder erhöhtem Förderbedarf.

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